Spanien

Kaum eine andere europäische Metropole verändert sich so rasant wie Barcelona und erfindet sich immer wieder neu. Drei Epochen prägen das unverwechselbare Stadtbild der über 2000 Jahre alten Hafenstadt: die Gotik, in der das Altstadtzentrum und die Kathedrale entstanden, das späte 19. Jh., dessen beispielloser wirtschaftlicher Wohlstand Barcelona eine planmäßig angelegte Neustadt bescherte, und der spanische Modernisme. Berühmtester Vertreter dieser Epoche ist zweifellos Antoní Gaudí, dessen exzentrische Werke die Stadt weltbekannt und zur Hochburg der neuen Kunstrichtung machten. Anlässlich der Olympischen Sommerspiele von 1992 avancierte sie zum international bekannten Schauplatz moderner Architektur.

Orient und Okzident begegnen sich in Andalusien – Spuren einer fast 800jährigen islamischen Herrschaft, deren Erbe bis heute sichtbar ist, denn das Kalifat Andalusien war um das Jahr 1000 Europas Zentrum der Wissenschaften und Künste. Die Giralda und die Altstadt von Sevilla, die Mezquita von Córdoba, die Palaststadt Madinat az-Zahrá und die Alhambra von Granada sind Zeugen dieser Blütezeit. Den Kalifen folgten die Katholischen Könige, in deren Palästen maurisches Erbe und Renaissance architektonisch verschmolzen.

Nicht nur in geografischer Hinsicht ist Kastilien das Herzland Spaniens. Hier formierten sich die Kräfte zur Rückeroberung der von Arabern beherrschten Südhälfte der Iberischen Halbinsel, hier liegt die Keimzelle des spanischen Königreichs und der spanischen Nation. Bei einer Reise in das spanische Mittelalter stehen die alten kastilischen Städte im Mittelpunkt, einige gehören zum Unesco Weltkulturerbe, sind in Stein geschriebene Geschichte: Salamanca mit der ältesten Universität Spaniens, Ávila, die Stadt der heiligen Teresa, Segovia mit seiner prächtigen Kathedrale, Toledo, die Stadt der drei Kulturen – wie auf einer Perlenkette aufgereiht liegen sie in der herrlichen zentralspanischen Landschaft.